Kriegszeiten - HGV Bürgstadt

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Kriegszeiten

Geschichtliches > Schule > Schulbetrieb

Schulbetrieb während der beiden Weltkriege

1. Weltkrieg 1914-1918


Anfang August begann dann der 1. Weltkrieg. Deshalb wurden die Ferien bis 9. September ausgedehnt, da viele Familienväter zu den Fahnen gerufen wurden und die Schüler der Oberklassen bei den landwirtschaftlichen Arbeiten helfen mußten, während bei den 3 unteren Schulen die Ferien am 21.8. zu Ende waren.

Die Auswirkungen eines Krieges auf die Schule sind immer vielfältig und tiefgreifend; auch der 1. Weltkrieg von 1914 – 1918 hat die Schule in Deutschland nicht unberührt gelassen.

Mit Beginn des Krieges wurden auch zahlreiche Lehrer zu den Fahnen gerufen.
Im Schulmuseum Ottweiler (Saarland) heißt es dazu:
Schon nach den ersten sechs Kriegswochen wurden 16 von ihnen aus dem heutigen Saarland als gefallen betrauert. Eine Verfügung der Regierung an die Schulinspektoren vom 19. 8. 1914 wirft ein Schlaglicht auf die Situation: "Zwar werden zur Vertretung der im Heeresdienst befindlichen Lehrer auch verfügbare Schulamtsbewerber, geeignete emeritierte Lehrkräfte und Schulamtsbewerberinnen heranzuziehen sein, auch wird unter Umständen Halbtags-, in dringenden Notlagen auch Dritteltagsunterricht eingerichtet werden können. Gleichwohl wird umfangreiche, dazu häufig durch Zusammenlegung von Klassen erschwerte Vertretung zu leisten sein. Hinzu kommt, daß unter der Schuljugend zurzeit viele der erziehlichen Leitung des Familienvaters entbehren. Daraus ergibt sich die dringende vaterländische Pflicht aller Lehrer und Lehrerinnen, sich der Aufrechterhaltung ernster Zucht ....noch mehr als bisher anzunehmen..." Zugleich ist man bestrebt, das Nationalgefühl zu stärken."

Am 23.12.1914 schreibt Lehrer Seltsam:
Weihnachtsfeier im Kriegsjahr 1914/15. Im Anschluß an die Bescherung für Kinder, deren Väter im Felde stehen, wurde eine Weihnachtsfeier veranstaltet. Ansprache: "Was deutsche Kinder im Jahre 1914 vor der Weihnachtskrippe dachten". Vor Weihnachten wurde in der Schule allwöchentlich gesammelt u. bei der Weihnachtsfeier wurden die Sammelgelder den Kriegerkindern gespendet. Außerdem erhielten alle Schüler die gestifteten Bartholomäus- u. Theresien Brote.

Am 24.12.1914 wird festgehalten: "Der große Sieg in Polen wurde in der Schule gefeiert".

Am 30.4.1915 schreibt Lehrer Seltsam: Am 25.11.1914 wurde der 2. Lehrer Hr. Faßoli im Gefechte durch einen rechten Schulterschuß verwundet. Derselbe ist nun wieder geheilt u. wurde als garnisonsdienstuntauglich entlassen. Am 1.5.1915 trat er seinen Schuldienst in Bürgstadt wieder an.

Auch 1918 mußten die Ferien verlängert werden, da wegen der ungünstigen Witterung die Ernte verzögert wurde.

Mit dem neuen Volksschullehrer- und Schulbedarfsgesetz vom 1.1.1920 wurden die Holzbezüge an das Lehrpersonal eingestellt. Auch die "Dienstgründe" z.B. der kleine Garten wird ab diesem Zeitpunkt den Lehrkräften verweigert. Lehrer Seltsam schreibt dazu: "In dieser Sache hätte von einer Gemeinde wie Bürgstadt eine bessere Ausführung erwartet werden müssen. Doch Feindschaft und Neid sind die Triebfedern solcher Großtaten".

Am 28. August 1934 war eine feierliche Vereidigung der Lehrerschaft des Bezirkes Miltenberg auf Adolf Hitler.
Bereits im März 1936 fand in den Schulen erstmals eine Luftschutzübung statt.
Im Oktober 1936 wurde der Schulfunk eingerichtet.
Im März 1938 wurde erstmals eine Schülerspeisung durchgeführt.

2. Weltkrieg 1939-1945

Am 30. Aug. 1939 mußte der Lehrbetrieb eingestellt werden, da die Lehrsäle den Truppen und zur Unterbringung der Rückwandrer aus dem Westen zur Verfügung gestellt werden.
Dann wurde am 16. Okt. 1939 Schulunterricht wieder aufgenommen.
Vom 26.1. mit 3.3.1942 war die Schule wieder wegen des strengen Winters und der Knappheit an Brennmaterial geschlossen.
Auch am 25. März 1945 wurde der Unterricht an den Volksschulen wieder eingestellt.

Bereits am 19.3.45 wurden sämtliche Räume der Volksschule von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und mit Truppen belegt.
Der Abzug der Truppen erfolgte am 26.3.45.
Am 31.3.45 wird vermerkt: Schulhaus bleibt als Unterkunftsraum für amerikanische Truppen vorgesehen.
Erst nach 1945 ist ein geregelter Schulbetrieb wieder möglich.

1947/48 wurde von der Militärregierung die Schülerspeisung angeregt und an der hiesigen Schule durchgeführt; die Schüler, die aufgrund der Wiege- und Meßergebnisse bedürftig waren, wurden zur Speisung zugelassen. Regelung: Fürsorge-, Flüchtlings- u. Waisenkinder wurden unentgeltlich gespeist, die anderen zahlten freiwillig.

Letzte Änderung: 02.11.2017
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