Post im 19. Jh. - HGV Bürgstadt

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Post im 19. Jh.

Geschichtliches > Dienstleistungen > Post in Bürgstadt

Die Geschichte des Postwesens in Bürgstadt

Die ältesten Unterlagen über die Postversorgung der Gemeinde Bürgstadt stellen Zeitungsausschnitte über die angebotenen Fahrten mit der Postkutsche dar:

Im Jahre 1863 gab der Poststallmeister Heinrich Müller den Aschaffenburger Poststall an den Bürgstadter Gastwirt Jakob Klein ab. Klein bewirtschaftete damals das Gasthaus zum Schwanen. Mit der Postkonzession bediente er hauptsächlich den Personenverkehr zwischen Miltenberg und Aschaffenburg, da die fahrende Post zu dieser Zeit nur noch auf Strecken unterhalten wurde, wo keine Bahnverbindung bestand.

Im Jahre 1877 stellte die Gemeinde Bürgstadt den Antrag auf Errichtung einer eigenen Postexpediton. Damals zählte die Gemeinde rund 1600 Einwohner. Der täglich zwischen Wertheim und Miltenberg verkehrende Pferdepostomnibus fuhr zwar drei mal täglich durch Bürgstadt, hielt aber nicht an. Die Post wurde von Miltenberg aus zugestellt.
In einem Schreiben wurde mitgeteilt, daß folgende Linien der Kgl. Landpost eingerichtet sind:

An jedem Tage: Bürgstadt, Breitendiel und Weilbach.
An jedem Montag, Mittwoch und Freitag: Eichenbühl, Umpfenbach,
Neunkirchen, Richelbach, Riedern, Heppdiel, Windischbuchen und Schippach.
An jedem Dienstag, Donnerstag und Samstag: Reichertshausen und
Wenschdorf.

Schon am 19. Februar 1880 schreibt das Königliche Oberpostamt in Würzburg an das Kgl. Bezirksamt Miltenberg, daß für den Markt Bürgstadt eine Postexpedition von den kgl. bayer. Verkehrsanstalten genehmigt wurde, und bittet das Bezirksamt, der Gemeinde Bürgstadt dies mitzuteilen und entsprechende Bewerber für die Poststelle vorzustellen. Als Jahresvergütung werden 360 Mark angeboten. Die Poststelle solle in der Hauptstraße liegen und von aussen leicht zugänglich sein.

Am 4.3.1880 antwortet der Bezirkshauptmann Volkheimer der Kgl. Postverwaltung in Würzburg und schlägt folgende Bewerber um die Poststelle Bürgstadt vor:
1. Benz Wilhelm, Kaufmann
2. Blank F.Johann, Kaufmann
3. Frosch Heinrich, Bäcker und Gastwirt
4. Herbert Georg, Gastwirt
5. Schmitt F.A. Fabrikant u. Weinwirt
6. Schuck Johann Adam, Schmiedemeister u. Beigeordneter der Gemeinde
7. Steidel Max, Kaufmann.


Zu jedem Namen erläutert Volkheimer , wie alt er ist, wo er wohnt und welche Räumlichkeiten für die geplante Poststelle zur Verfügung stehen würden. Nachdem er die Bewerber beurteilt hat empfiehlt er den Kaufmann Steidel, der auch Mitglied im Gemeinderat sei und bittet, seine Ausführungen vertraulich zu behandeln.

Am 25.3.1880 teilt das Kgl. Oberpostamt Würzburg dem Bezirksamt Miltenberg mit, daß zugleich mit der Eröffnung der Bahnstrecke Miltenberg-Amorbach am 15.4.1880 auch die Errichtung einer Localexpedition in Bürgstadt genehmigt sei und die Führung dem Kaufmann Max Steidel übertragen wird.

Am 30.3.1880 beschweren sich verschiedene Geschäftsleute aus Bürgstadt, darunter auch die Mitbewerber, die nicht berücksichtigt wurden, bei dem Kgl. Oberpostamt in Würzburg, daß der Kaufmann Max Steidel nicht das Vertrauen der Geschäftsleute besitzen würde und deshalb ihre Briefe nach Miltenberg zum Postamt bringen würden.

Am 1. Mai 1880 wurde vom Kgl. Oberpostamt Würzburg offiziell die Genehmigung erteilt, dem Ludwig Steidel aus Bürgstadt die Poststelle Bürgstadt zu übertragen und ihn als Privatpostgehilfen aufzunehmen.

Lt. einer Notiz in der Zeitung Bote vom "Untermain" wurde in Bürgstadt erstmals am 15. April 1880 eine Postexpedition eröffnet, welcher aber ein Landpostbestellbezirk nicht zugeteilt wurde. Die neue Expedition erhielt ihre Verbindung durch die dreimalige Personenpost zwischen Miltenberg und Wertheim.

Die Poststelle wurde im Anwesen des Hauses von Max Steidel im Lauersend Nr. 54 (heute: Freudenbergerstr. 12) eingerichtet. Im gleichen Jahr starb Max Steidel. Nachfolger wurde seine Witwe, der als Hilfe ihr Sohn Ludwig zur Seite stand, später zusätzlich noch ihre Tochter Anna.

In einem Zeitungsbericht vom 1.5.1883 wird berichtet, daß die Personenpost Miltenberg-Wertheim wie folgt vorgenommen wird:
Im Jahre 1890 wurde auf Betreiben der Steinbruchbetriebe und der Mühlenbesitzer für Bürgstadt die Errichtung einer eigenen Telegrafenstation mit Telefonbetrieb genehmigt.

Am 6. Mai 1890 wurde der ledige Schneider Emil Winkler von Bürgstadt als Hilfspostpote aufgenommen.


Die 1. Poststelle in Bürgstadt:
Das Anwesen von Max Steidel im Lauersend.

Letzte Änderung: 17.07.2017
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