Bildstock Michelswasser - HGV Bürgstadt

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Bildstock Michelswasser

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Der Bildstock steht auf dem steinernen Geländer der alten Erfbrücke an der Straße nach Miltenberg auf der Ostseite. Er wurde im Zuge der Brückenverbreiterung 1954 auf diesen Platz gestellt. Der Bildstock besteht aus Buntsandstein. Das Oberteil zeigt nach vorne einen Menschenkopf, flankiert von zwei Schneckenrollen. Die kunstvoll behauene Aufsatzplatte endet oben mit einem Kreuz. In der Mitte ist St. Michael in Flachrelief dargestellt.

In der oberen Hälfte der Säule steht:

Hic pater et Frater rapidis sorbentur-ab undis, sed Frater Mediis et soror-exit aquis
(
Übersetzt heißt dies in etwa: Hier wurden Vater und Bruder von den reißenden Fluten verschlungen, aber Bruder und Schwester  entkamen mitten aus den Fluten)
Auf dem Unterteil der Aufsatzplatte steht:
Ex voto-/Divo Michaeli Erigit/Johannes Blasius Fath-/.
(Auf Grund eines Gelübdes an den Hl. Michael errichtete diesen Bildstock Johannes Blasius Fath)
Auf dem abschließendem Kreuz steht:
Ad/Honorem/-Dei-/  (Zur Ehre Gottes)

In einer Abschrift der Abschnitte B und Heimatsagen aus den handschriftlich geschriebenen Aufzeichnungen des früheren Lehrers Siebenlist. S. 41-45 ist zu lesen:

Michelsbild zu Bürgstadt nächst der Erfbrücke.
Am Michelstag des Jahrs 1732 war im oberen Erftal ein starker Wolkenbruch niedergegangen. Die Erf, sonst so friedlich dahinrauschend, trat aus ihren Ufern u. wuchs zu einem wildschäumenden See. Das Hochwasser richtete im ganzen Erftal großen Schaden an, besonders aber in Bürgstadt. Die ungeheure Gewalt des Wassers hatte bereits die obere Mühle, die Erfbrücke u. die Mittelmühle zusammengerissen. Nur die untere Mühle stand noch. Doch auch der untere Müller namens Blasius Fath hatte kaum Zeit an seine u. der Seinen Rettung zu denken. Ehe man sich retten konnte, stürzte plötzlich die Mühle in sich zusammen. Ein Sohn (blieb) war sofort tot; die Tochter wurde von den reißenden Wassern ergriffen u. gegen die Scheune getrieben, wo sie sich retten konnte. Der andere Sohn, gleichfalls von den Fluten fortgeschwemmt, konnte sich an einem Erlenbaum festhalten. Dahin kam plötzlich auch der Vater getrieben, der von seinem Sohn mit Aufbietung aller Kräfte eine zeitlang festgehalten wurde. Die Gewalt des Wassers wurde immer heftiger u. drohte auch den Sohn vom Baume zu reißen. Bald erlahmten die Kräfte des Sohnes u. bei den Worten: "0 Vater, ich kann euch nicht mehr halten!" verschwand das teure Leben in den Fluten.
Noch 24 Stunden harrte der Sohn der Rettung auf dem Baume. Dann ließ das Wasser nach u. das junge Leben war gerettet. Gott zum Danke trat er als Bruder in das Franziskanerkloster zu Miltenberg ein. So lange er lebte, trug er einen Stock von jenem Erlenbaume. Auch ließ er einen steinernen Bildstock zu Ehren des hl. Michael errichten
."

Letzte Änderung: 06.09.2017
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