Zeugnisse u. Zensuren - HGV Bürgstadt

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Zeugnisse u. Zensuren

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Zensuren und Zeugnisse

Benoten, bewerten und evaluieren gehen in der Schulpraxis immer mit einer Zensur und einem Zeugnis einher.

Die ältesten, bekannten und schriftlich fixierten Arten von Schulzeugnissen entstanden im 16. Jahrhundert, obwohl es zu dieser Zeit schon eine Schulkultur in Mitteleuropa gab. Diese allerdings war nur den Privilegierten zugänglich, zumindest bis zur Einführung der allgemeinen Schulpflicht in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wobei das Schulzeugnis seine Aufnahme in die Elementarstufe ebenso in dieser Zeit findet.

Aber es gab eben im Vorfeld des 16. Jahrhunderts schon Andeutungen auf die ersten Zensurenvergaben, denn in der sächsischen Schulordnung von 1530 heißt es, daß „alle halbe Jahre ein Examen der Knaben in der Schulen in Beisein des Pfarrers, desgleichen des Bürgermeisters  gehalten werden soll".  Als Belohnung wurden den Schülern dann "Semmeln oder dergleichen  zur Verehrung ausgeteilt".    

Das periodische Zeugnis, als ein in regelmäßigen Abständen im Verlauf eines Schuljahres erteiltes, entwickelte sich ebenso bereits im 16. Jahrhundert und zeigt sich hier im Zusammenhang mit Prüfungen, Visitationen und Versetzungen. Die Periodik wechselte im Laufe der Zeit und hat sich heute eingependelt auf Semester-, Tertial- und Quartalszeugnisse.  Das periodische Zeugnis hat in allen Schularten Einzug gefunden „und übt hier unter anderem Anreiz-, Kontroll- und Orientierungsfunktion aus".

Der Begriff der Zensur ist eng mit dem Begriff der Note verknüpft, und das hat eine historische Ursache. Die Schüler wurden früher entsprechend ihrer Memorierfähigkeit in eine Rangfolge gebracht, hieraus ergab sich dann der Rangplatz (Lokation ), die besondere Sitzordnung, innerhalb des Klassenzimmers. Somit läßt sich auch der Ausdruck der Versetzung erklären, denn bestimmte Plätze hatten ihre eigene Beurteilung, so zum Beispiel: Primus, Ehrenplatz, Eselsbank, und diese wurde sogar in schriftlicher Form den Eltern mitgeteilt.

Der Ursprungsort der schematischen Zensurenskala ist wohl das Klassenbuch, in dem schon Ende des „16. Jahrhunderts listenmäßige Bewertungsaufzeichnungen über die Schüler einer Klasse" zu finden sind. Ferner entstand der Wunsch die Schülerleistungen nicht nur innerhalb eines Klassenverbandes, sondern auch mit anderen Klassen zu vergleichen, und dafür schien die Zensurenskala mit den komprimiert ausgedrückten, genormten Wertungsstufen der Schülerleistungen geeignet.



Zeugnis von 1864

Zeugnis von 1896

Zeugnis von 1903

Zeugnis von 1911

Letzte Änderung: 17.07.2017
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