Raiffeisenscher Kreditverein - HGV Bürgstadt

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Raiffeisenscher Kreditverein

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Raiffeisen´scher Kreditverein Bürgstadt

Aus dem Protokoll der Gründungs- und ersten Generalversammlung des Raiffeisen´schen Kredit-Vereins Bürgstadt, das im Original vorliegt, geht hervor, daß 29 Anwesende am 8. Februar 1925 im Gasthaus zum Greifen in Bürgstadt die Genossenschaft gegründet haben. Unter Vorsitz von Altbürgermeister Otto Leibfried wurde Hugo Geißler zum Protokollführer ernannt.

In den Vorstand wurde durch geheime Wahl gewählt:
Otto Leibfried, Häfnermeister und Landwirt in Bürgstadt, als Vorsteher
Albrecht Elbert, Landwirt in Bürgstadt als sein Stellvertreter und
Leo Eyrich, Steinmetzmeister in Bürgstadt zum Vorstandsmitglied.

In den Aufsichtsrat wurden gewählt:
Josef Heß, Landwirt und Zimmermeister in Bürgstadt als Vorsitzender
Ludwig Helmstetter, Landwirt in Bürgstadt als sein Stellvertreter und die Herren
Alois Bucher, Kaufmann und Landwirt in Bürgstadt
Eduard Frosch, Landwirt in Bürgstadt und
Heinrich Keller, Schreinermeister in Bürgstadt als Aufsichtsratsmitglieder.

Zum Rechner wurde einstimmig Hugo Geißler, Kaufmann in Bürgstadt gewählt.

Nach der Gründung arbeitete die Genossenschaft erfolgreich.
Kriegsprobleme und Nachkriegsprobleme ergaben sich ähnlich, wie bei der Spar- u. Darlehenskasse Bürgstadt bereits geschildert.

Ab der Gründung führte der Rechner Hugo Geissler die Geschäfte der Genossenschaft bis zu seinem Tode im Jahre 1953.

Am 8.11.1953 fand eine Mitgliederversammlung statt. Folgendes Protokoll kann dem Generalversammlungsprotokollbuch des Raiffeisen´schen Kreditvereins entnommen werden:

Protokoll der Mitgliederversammlung am 8.11.53
In der auf heute, den 8.11.53, einberufenen Mitgliederversammlung wurden sämtliche Mitglieder des Raiffeisen´schen Kreditvereins schriftlich geladen. Erschienen waren 35 Mitglieder.
Tagesordnung:
1. Zusammenlegung des Raiffeisen´schen Kreditvereins und der Spar- u. Darlehenskasse Bürgstadt.
2. Rechnerfrage.
1. Vorstand August Leibfried, eröffnete die Versammlung und gedachte in erster Linie dem verstorbenen Vorstandsmitglied Josef Heß, sowie dem Rechner Hugo Geißler. Vorstand Leibfried stellte die Tagesordnung zur eingehenden Diskussion.
Das Aufsichtsratsmitglied Wilhelm Reichert eröffnete die Diskussion. Er appelierte in erster Linie an die Geschäftsleute in Zukunft mehr wie bisher ihren Geldverkehr mit dem Raiffeisen´schen Kreditverein zu tätigen. Ferner gab er näheren Aufschluß über die gemeinsame Sitzung der Verwaltungsmitglieder der Spar- u. Darlehenskasse und des Raiffeisen´schen Kreditvereins, sowie über die Gespräche mit Herrn Dr. Geldner und dem Herrn Revisor Pommer.
Herr Eugen Reichert warf die Rechnerfrage auf. Er schlug Herrn Alfred Meisenzahl vor.
1. Vorstand August Leibfried plädierte für den Fortbestand des Raiffeisen´schen Kreditvereins und schlug vor, das Ergebnis in schriftlicher geheimer Wahl zu ermitteln. Als Stimmenzähler werden die Herren Kirchgeßner Gustav, Kling Albrecht und Rudolf Meisenzahl bestimmt.

Wahlergebnis:
Herr Kirchgeßner Gustav gab das Wahlergebnis bekannt: Es stimmten für den Zusammenschluß 6 Mitglieder und 29 waren für einen selbständigen Fortbestand des Raiffeisen´schen Kreditvereins.
Nachdem die meisten der anwesenden Mitglieder für einen weiteren Fortbestand des Raiffeisen´schen Kredit sind, schlug Herr August Leibfried und Herr Wilhelm Reichert vor ebenfalls die Rechnerfrage zu klären. Die Abstimmung hierüber erfolgt auch in schriftlicher geheimer Abstimmung. Für den Rechnerposten meldeten sich folgende Herren: Alfred Meisenzahl, Rudolf Meisenzahl und Nikolaus Meisenzahl.
Herr Gustav Kirchgessner gab das Ergebnis der Rechnerwahl bekannt: Für Alfred Meisenzahl wurden 27, für Rudolf Meisenzahl 6 und für Nikolaus Meisenzahl keine Stimme abgegeben. Ungültig war ein Stimmzettel, ein Mitglied enthielt sich der Stimme.

Am 17. Januar 1954 fand im Gasthaus zum Anker in Bürgstadt die ordentliche Generalversammlung statt. Bei dieser Versammlung war auch Dr. Geldner als Vertreter des Verbandes anwesend. Folgendes berichtet der Protokollführer Alfred Meisenzahl über dieses Thema:

Zusammenlegung:
Herr Dr. Geldner als Vertreter des Verbandes trug der Versammlung in klaren Worten den bestehenden Plan über eine Zusammenlegung der am Ort bestehenden Genossenschaften vor. Er wieß auf die Vorteile einer Vereinigung hin und erinnerte die Versammlung an den alten Spruch "Einigkeit macht stark". Dr. Geldner bemühte sich aufrichtig die Herrn der Versammlung über dieses, ihm sehr wichtigen Thema, zu einer Aussprache zu bewegen um die Ansichten zu erfahren und die Gründe für das bestehende Verhalten zu erkennen. Die Ausführungen Dr. Geldners wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und entgegengenommen.
Wortmeldungen zu diesem Punkt der Tagesordnung erfolgten nicht. Die Abstimmung über diesen Punkt die früher in der Versammlung vom 8.11.53 bereits schriftlich vorgenommen wurde ergab eine einstimmige Ablehung des Zusammenschlußes und ein einstimmiges Bekenntnis für die Selbständigkeit der Kasse.   ....


Ab Januar 1954 wurden die Geschäfte der Genossenschaft von Herrn Alfred Meisenzahl geführt.    Mit Beschluß des Vorstands vom 20. Januar 1954 wurde auch die Durchschreibebuchhaltung eingeführt.
Am 27. April 1954 wurde vom Vorstand beschlossen, das Kohlengeschäft neu einzuführen.
Zum 1.9.1956 wurde die erste Angestellte für die Genossenschaft, Frau Alma Balles, eingestellt.

Nachdem der Rechner der Raiffeisenkasse Bürgstadt, Herr Anton Fürst, am 19.11.1958 verstorben ist, wurde am 14.12.1958 um 14:30 Uhr im Gasthaus "Anker" eine ausserordentliche Generalversammlung abgehalten. Dabei wurde die Verschmelzung mit der Raiffeisenkasse Bürgstadt einstimmig genehmigt. Der Name der Genossenschaft wurde mit "Raiffeisenbank Bürgstadt eGmbH" im Verschmelzungsvertrag festgelegt.

Letzte Änderung: 02.11.2017
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