Kindergarten - HGV Bürgstadt

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Kindergarten

Geschichtliches

Der
Kindergarten
Bürgstadt

Eine Kleinkinderbewahranstalt gab es in Bürgstadt mindestens seit 1863, wahrscheinlich aber erheblich länger. Von 1863 liegen Briefe vor, zwischen der Gemeinde und dem Kgl. Bezirksamt wegen der Errichtung eines eigenen Gebäudes für diese Kinderbewahranstalt.

Aus den Unterlagen geht hervor, daß der Dechant-Pfarrer Hartig zu Bürgstadt der Gemeinde zur Begründung einer Kinderbewahranstalt den Betrag von 500 Gulden (= 858 Mark und 14 Pfg.) schenkungsweise zuwendet. Dazu wurde ein Vertrag am  20.11.1866 mit der Gemeinde abgeschlossen. Aus einem Brief vom 7.4.1903 des Kgl. Bezirksamtes geht hervor, daß im Jahre 1866 am 23. November ein Nachtrag zu dieser Stiftung vom 20.11.1866 geschlossen wurde, wonach Pfarrer Hartig nochmals den gleichen Betrag zugewendet, jedoch dann auch die Bestimmung beigefügt, daß diese Kinderbewahranstalt nicht mit Ordensschwestern besetzt werden dürfe.

Für diese von Pfarrer Hartig begründete Stiftung gab es bis 1902 noch folgende Nachstiftungen:

1. Pfarrer Walter in Bürgstadt mit 300 fl (514 M 19 Pf.)
2. Barthel Hench, Bürgstadt mit 2000 fl (3428 M 29 Pf)
3. Uihlein Therese, Bürgstadt mit 600 M.
4. Margarethe Ruf, Bürgstadt mit 50 M.
5. Barbara Hofmann, Bürgstadt mit 100 M.
6. K. Forstmeister Sebald in Miltenberg mit 22 M.

Am 11.2.1863 ist in den Archivakten im Gemeindearchiv vermerkt:
„Tagfahrt mit Amtmann Weidner. Beschluß: Der Frühmeßgarten Pl.Nr. 161 mit Inbegriff Pl.Nr. 160 des überbauten Kellers, nutznießlich der Pfarrei und Eigenthum des Kapellenfonds wird zur Errichtung einer Kleinkinderbewahranstalt als Eigentum unentgeltlich an die Gemeinde abgetreten.
Kostenvoranschlag: 1806.33 fl.


Daraus wurde jedoch nichts.

Am 18.12.1877 ist vermerkt, daß aus der Verlassenschaft des Adam Frosch, Maurer, ein Legat von 80 Mark der Stiftung zugefallen sind.

1883 beträgt das Stiftungsvolumen 12.048,56 Mark. Bis 1888 wuchs das Kapital auf 13.000 Mark an.

Von 1863 bis 1896 geschah in dieser Sache aber nicht´s entscheidendes.
Erst ab 1896 bemühte man sich um einen Grundstückskauf für die Kinderbewahranstalt.

Am 2.3.1896 ist folgender Satz vermerkt: „Nachdem Al. Wagner von Klingenberg, Besitzer des Essighauses dahier verstorben ist, wird beraten, ob genanntes Haus nicht zur Kinderbewahranstalt erworben werden soll. usw.“ (Das Essighaus war das Haus Nr. 164; heute Hench Christian).
Der Kauf hat sich jedoch zerschlagen.
Am 7.3.1896 wird berichtet: "Der beabsichtigte Kauf des Essighauses wurde vereitelt.

Am 27.12.1897 beschließt der Gemeinderat, dem Antrag des damaligen Pfarrers Adolf Manger zuzustimmen:

1. Einführung einer ambulanten Krankenpflege
2. Erbauung eines Krankenhauses
3. der Errichtung einer Kleinkinderbewahranstalt
4. der Leitung der 3.u.4. Schulstelle mit Ordensschwestern von der „Congregation Töchter vom göttl. Erlöser“.

Diese Punkte sollen der Gemeinde-Versammlung vorgelegt werden.

Am 18.1.1898 wird beschlossen, daß die Kleinkinderbewahranstalt von Ordensschwestern besetzt werden soll, da sich für eine weltliche Leitung keine verfügbaren Kräfte vorfinden. Dies soll jedoch abgewartet werden, bis die Kgl. Regierung ihre Zustimmung gibt.

Am 10.3.1898 wird dann endgültig beschlossen, daß die Ordensschwestern die Leitung übernehmen sollen.

Inzwischen geht auch aus dem Gemeinderatsprotokoll hervor, daß die Gemeinde dankbar die Erbschaft der Geschwister Wolz annehmen. Es wird auf ein Testament des länger lebenden Andreas Wolz Bezug genommen. Es handelt sich um das Anwesen Hs.Nr. 192 in der Weidengasse. (Heutiger Kindergarten).

Am 15.4.1898 wird der Vertrag mit dem Mutterhaus, Töchter vom göttlichen Erlöser den Gemeinderäten zur Unterschrift vorgelegt.

Ebenfalls am 15.4.1898 wurde der Entwurf und der Kostenvoranschlag für den Neubau des Wolz´chen Hauses mit einer Kostenschätzung von 4.174 Mark (mit Zeichnung und Lageplan) festgestellt

Am 19.4.1898 wird auf den Neubau einer Kinderbewahranstalt verzichtet, da eben das Wolz´che Anwesen in Angriff genommen wurde, um den Schwestern eine Wohnung und Räume für die ambulante Krankenpflege einzurichten.

Vertrag zwischen Ordensschwestern und Gemeinde wird begründet.
Ebenfalls am gleichen Datum treten die ersten beiden Ordensschwestern ihren Dienst in Bürgstadt an. Es sind dies: Schwester Hermina als Oberin, die dann bis 3.10.1901 in Bürgstadt bleibt und Schwester Archangela, die bis 29.9.1899 in Bürgstadt bleibt.

Am 10.9.1898 stellt Pfarrer Manger den Antrag, für den Arbeitsunterricht an der hiesigen Volksschule u. für die hiesige Bevölkerung eine dritte Schwester (Töchter vom hl. Erlöser) zu berufen, was auch genehmigt wurde.

Am 17.4.1899 wird einstimmig beschlossen, daß für die Kinderbewahranstalt um eine weitere Ordensschwester nachgesucht werden soll.

Am 30.12.1899 werden von der Gemeindeverwaltung die Pläne für den Bau einer Kinderbewahranstalt genehmigt, die an die Schwesternwohnung und die Räume für ambulante Krankenpflege angebaut werden soll.

Am 23.7.1900 nimmt der Gemeinderat zur Kenntnis, daß die Pläne für den Bau einer Kinderbewahranstalt mit Arbeitsschule genehmigt sind und am 7.8.1900 beginnen die Ausschreibungen der Gewerke.

Bis 1900 wurden in der Stiftung von Pfarrer Hartig begründet, insgesamt 21.441,33 Mark angesammelt, das zur Errichtung der Kleinkinderbewahranstalt dienen soll.

Am 2.3.1901 wird mit Frau Maria Schmitt, geboren am 13.1.1876 zu Obersinn ein Vertrag wegen der Leitung der Kinderbewahranstalt in der Gemeinde Bürgstadt abgeschlossen.

Am 14.7.1901 erfolgt die baupolizeiliche Abnahme der fertiggestellten Kleinkinderbewahranstalt  und somit Fertigstellung der Kinderbewahranstalt in der Weidengasse.

Bereits im Februar 1901 beschloß der Gemeinderat:

„Als Schulgeld für die Kinderbewahranstalt wird folgendes festgesetzt: Für ein Kind pro Woche 10 Pfg., 2 Kinder aus einer Familie 15 Pfg., 3 Kinder und mehr 20 Pfg. In dieselbe können aufgenommen werden: Kinder vom begonnenen 3. – 6. Lebensjahr, Knaben wie Mädchen, welche körperlich und geistig gesund sind, Kinder von nichtkathol. Eltern können auch aufgenommen werden, wenn sie sich den Anstaltssatzungen unterwerfen.
Die Leiterin bzw. die Schwester erhält von der Gemeinde freie Wohnung, Licht und Beheizung, ferner für die Verköstigung ein jährliches Aversum von 250 Mark und für die Kleidung ein solches von 100 Mark.“

Am
20. Oktober 1901, am Wendelinustag, wurde die Kinderbewahranstalt eingeweiht.

Durch den Bevölkerungszuwachs nach dem Kriege durch die Heimatvertriebenen wurden die Räume im Kindergarten zu eng. Der Gemeinderat beschloß deshalb eine Erweiterung durchzuführen. Nach einem Entwurf des Bürgstadter Architekten Siemers wurde ein Anbau erstellt, der die damaligen Anforderungen abdeckte. Nun hatten 170 Kinder im neuen Kindergarten Platz. Eine Wasch- und Toilettenanlage wurde ebenfalls eingebaut, ebenso wurde der das Gebäude umgebende Spielplatz erweitert.

Am 28.6.1955 wurde der neue Anbau von Pfarrer Stoll eingeweiht. Bürgermeister Ullrich übergab an diesem Tag den Schlüssel an die Kinderschwester.

Kindergartenjahrgang 1956  
im August 1961

Im Jahre 1974 wurde ein weiterer Anbau am Kindergarten vorgenommen. Im Frühjahr 1974 wurde Richtfest gefeiert und im Herbst 1974 wurde der erweiterte Anbau fertiggestellt.

Am 30.7.1986 wurde im Freigelände eine Spielhalle aus Holz fertiggestellt.




Am 9. August 1992 werden die Ordensschwestern Theodoris Full (Oberin) und Kunhilde Zinner feierlich von der Gemeinde und der Bevölkerung verabschiedet, da das Ordenshaus die Schwestern zurückgerufen hat.

Die Leitung des Kindergartens übernahm anschließend Frau Ingrid Rabe.

Der letzte Umbau am Kindergarten begann am 16.2.1994. Das Richtfest wurde am 22.4.1994 gefeiert und am 6.11.1994 wurde der neugestaltete Erweiterungsbau eingeweiht.

Am 16.11.2000 nahmen die Kinder des Kindergartens Abschied von Maria Martha Kirchgessner, bekannt als „Tante Martha“, die 43 Jahre im Kindergarten Kinder betreute.

Am Freitag, den 14.5.2004 erhielt der Kindergarten erstmals einen offiziellen Namen.
Bürgermeister Bernhard Stolz verkündete ihn in einer kleinen Feierstunde. Von nun an hieß der Kindergarten "Rasselbande".

Die Leiterin des Kindergartens Ingrid Rabe wird am 29.7.2004 in den Ruhestand verabschiedet.
Neue Leiterin ist ab diesem Zeitpunkt Frau Marita Schmitt.



Thomas Hofmann
im Dezember 2008

Letzte Änderung: 17.07.2017
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