Steinhauerleben - HGV Bürgstadt

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Steinhauerleben

Museum Bürgstadt > Themen > Sandsteinabteilung
Eine positive Folge der aufblühenden Sandsteinindustrie waren die zahlreichen neuen Ausbildungs- und Arbeitsplätze, die in den Steinbrüchen und auf den Steinhauerplätzen entstanden. So eröffneten sich für viele Taglöhnerfamilien neue Verdienstmöglichkeiten in einer Zeit, in der die Landwirtschaft mit großen Problemen zu kämpfen hatte. Lohn und Brot wurden jedoch mit harter körperlicher Arbeit erkauft und häufig auch mit dem Verlust der Gesundheit bezahlt. Der Steinstaub war die Ursache der Staublunge, der viele Arbeiter bereits in relativ jungen Jahren zum Opfer fielen. Dies sollte sich erst nach 1900 mit der Einführung der wassergekühlten Sägegatter  und  der Absauganlagen ändern, wobei sich diese Verbesserungen in Bürgstadt nicht mehr auswirkten.
                                                                                                                                                                                    
Die Bezeichnung Blauer Montag für einen arbeitsfreien Montag ist schon im 16. Jahrhundert bekannt, wobei unterschiedliche Gründe für die Arbeitsfreiheit verantwortlich waren und bereits frühzeitig versucht wurde, durch Verbote den Brauch zu unterbinden. Von den Steinhauern am Untermain wurde der Blaue Montag in den Jahrzehnten vor und nach 1900 ausgiebig zum Bierkonsum und Müßiggang genutzt. Aber auch an anderen Tagen wurde häufig blau gemacht, da die schwere und staubige Arbeit zu einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf bei den Steinhauern führte. Ebenso beinhaltete die tägliche Arbeitszeit lange Pausen (eine halbe Stunde Frühstück, je eine Stunde Mittag und Vesper), die wegen der Entfernung von zu Hause am Arbeitsplatz verbracht wurden und dann auch zum Nachteil der Steinhauer und ihrer Familien zum Alkohohlkonsum missbraucht werden konnten.
Letzte Änderung: 30.05.2019
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