Arbeit im Steinbruch - HGV Bürgstadt

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Arbeit im Steinbruch

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Arbeit im Steinbruch
 
 
Die Steinbrucharbeiter am Untermain waren besonders gefährdet wegen der lebensgefährlichen Abbaumethode des Schramm- oder Sturzbetriebs, die angewandt wurde. Hierbei wurde eine Felswand, die von oben vom abdeckenden Erdreich frei geräumt worden war, unterhöhlt. Diese Unterhöhlung war zu Beginn etwa 2,5 Meter hoch um bei einer Tiefe von ca. 20 Meter nach hinten immer niedriger zu werden, damit die Wand später bei der Sprengung nach vorne kippt. Zur Absicherung der Arbeit des Unterhöhlens wurde die Felswand vorne durch dicke Holzstempel abgestützt. Zwischen Holzstütze und Felsdecke wurden gebogene Glasscherben eingeschoben, die bei gering zunehmenden Druck der Wand zersprangen. Sie mussten vom Hohlmacher ständig überprüft und ersetzt werden, weil die Wand sich bereits während des Unterhöhlens durch die vorhandenen natürlichen Klüfte geringfügig neigte. Um die Wand schließlich zum Einsturz zu bringen, wurden die Steinunterlagen der Holzstempel gesprengt. Wenn die Wand jedoch nicht einstürzte, mussten mutige, meist unverheiratete Männer die Unterhöhlung vorantreiben. Um den Aufprall der herabstürzenden Steinmassen der Felswand abzufedern und möglichst große Blöcke zu gewinnen, waren vor der unterhöhlten Wand  Steinabfälle ausgebreitet.
Letzte Änderung: 30.05.2019
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