Tabakanbau

Der Tabaanbau kam über Freudenberg nach Bürgstadt. 1851 wurden in Bürgstadt erstmalig Tabakanpflanzer erwähnt. Tabakanbau war nur auf bestimmten sandigen Böden möglich. Die Ernte der einzelnen Blätter ging von Juli bis September. Das anschließende Auffädeln wurde meist von Frauen und Kindern durchgeführt. Die Trocknung erfolgte anfänglich auf Dachböden und in Scheunen, später in den neu errichteten Tabakhallen. Bei all diesen Arbeiten war stets die gesamte Famile eingebunden. Ab den 1930er Jahren setzte man auf Qualität und produzierte Deckblätter für Zigarren. Tabakanbau war ein guter Nebenverdienst, der aber stark witterungsabhängig war. Während und nach dem Krieg war der Tabak als Zahlungsmittel auf dem Schwarzmarkt hochbegehrt. Durch das Auftreten des Blauschimmels in den 1960er Jahren ging der Anbau zurück und 1988 gab der letzte Pflanzer in Bürgstadt den Tabakanbau auf.